Anwendungsgebiete
1. FE im therapeutischen Bereich
Aus dem bisher Entwickelten zeigt sich, daß der Indikationsberich
der FE relativ breit ist, ausführliche Forschungen zur Differentialindikation
stehen allerdings aus. Die bisherigen therapeutischen Erfahrungen sind überwiegend
in Falldarstellungen und Einzelfallstudien belegt, sie beziehen sich beispielsweise
auf folgende Störungs- und Krankheitsbilder:
Migräne, Hypertonie, Asthma bronchiale (besonders bei Kindern und Jugendlichen),
Obstipation, Sprechstörungen, Erythrophobie, Magersucht, auf funktionelle
und entzündliche Darmerkrankungen, Angststörungen, autodestruktive
Störungen u. a.. Auch Fehlspannungen im Bewegungsapparat, rheumatische
und neurologische Beschwerden, psychogene Schlaf- und Sexualstörungen
kommen nach Wiesenhütter als Indikationen in Frage. Nach Störungen
geordnet, ergeben sich folgende Indikationsbereiche:
1. Psychosomatische Störungen und Erkrankungen
a) Funktionelle Störungen, z. B. CoIon irritabile
b) Psychosomatische Krankheiten mit Organstörungen, z. B. Neurodermitis
2. Störungen des Selbstgefühls, z. B. narzistische Störungen,
autodestruktives Verhalten
3. Neurotische Störungen, z. B. Angstneurose
4. Somato-psychische Erkrankungen, z. B. Krebserkrankungen.
Je nach Störungsbild des Patienten und Ausbildungsstand des Therapeuten
wird bei diesen Indikationen die Funktionelle Entspannung als alleinige
Methode oder in Kombination bzw. als Ergänzung, zusammen mit anderen
Methoden, z. B. Psychoanalyse, Gesprächstherapie oder verbunden mit
medizinischen Maßnahmen, eingesetzt. Bisher beschriebene Kontraindikationen
sind akute Psychosen und psychosenahe Hypochondrieformen.
Bei anderen Krankheitsbildern, z. B. Psychosen in der nichtakuten Phase,
gibt es Behandlungseinschränkungen und methodische Modifikationen.
Es bestehen hier jedoch keine ausgesprochenen Kontraindikationen.
