Theoretischer Hintergrund
Der theoretische Hintergrund der Funktionellen Entspannung kann wie folgt beschrieben werden: Die FE gehört zu den tiefenpsychologisch fundierten körperbezogenen Psychotherapiemethoden, d.h. sie bezieht das unbewusste körperlich-seelische Erleben ein. Sie bezieht sich dabei auf die anthropologische Medizin V. v. Weizsäckers, die Tiefenpsychologie, die psychoanalytische Säuglingsforschung und die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Subjektive Anatomie"
(v. Uexküll et al, 1997).
In der anthropologischen Medizin wird in der Lehre vom Gestaltkreis die Einheit von Wahrnehmen und Bewegen betont, das bipersonale Prinzip und das Kohärenzprinzip, was kompatibel ist zu den Begriffen Übertragung und Gegenübertragung des tiefenpsychologischen Beziehungsmodells.
Dies umfasst auch die Vorstellung vom Körper als der tiefsten Schicht des Seelenlebens
(Johnen, 2007). Die frühen, vorsprachlichen Lebenserfahrungen des Menschen, wie sie von den empirischen Säuglingsforschern beschrieben werden, können nach der Erfahrung der FE im Körpererleben wiederbelebt werden.
Durch die therapeutische Arbeit an der körperlichen (propriozeptiven) Eigenwahrnehmung werden frühe Motivationssysteme (Lichtenberg, 1991) anhand der Erlebnisse mit den verschiedenen Körpersystemen (s.u.) neu entdeckt und weiterentwickelt. Im Sinne von korrigierenden basalen Körpererfahrungen können frühe Selbstgefühle des Kernselbst (Stern, 1985) wieder auftauchen und für die weitere Selbstentwicklung des Patienten genutzt werden.
